Sail 2010 Amsterdam

Oliver Schneider | 01.September 2010

 

Alle 5 Jahre treffen sich die größten Windjammer der Welt zur „Sail in Amsterdam.

 

Ein richtiges Spektakel für alles, was schwimmen kann, und natürlich dürfen Ruderer dabei nicht fehlen. So wird vom Amsterdamer Ruderverband eine Eintageswanderfahrt durch die Grachten zum Hafen und retour organisiert, die so beliebt ist, dass heuer 250 Boote daran teilnahmen.

 

Am 22. August ruderten wir bei typischem Nordseewetter im 2x+2 zunächst der Amstel entlang und dann durch die Grachten Richtung Hafen. Dabei galt es auch ein paar 90 Grad Kurven zu bewältigen, und sofort kam Voga Longa feeling auf: Wasserstraßen, Pfahlbauten, Ruderstau - Venedig und Amsterdam sind sich an diesen speziellen Tagen sehr ähnlich und den Rest des Jahres eigentlich auch. Da wird man nämlich innerhalb kürzester Zeit von einem Motorboot versenkt, sollte man die selbe Strecke zu rudern versuchen.

 

Die Voga Longa ist ja eigentlich schuld, dass wir uns hierher einladen konnten. Im Campingplatz am Lido wurden die ersten Kontakte zu Mitgliedern des königlichen Amsterdamer Rudervereins „De Hoop“ geknüpft, die dann bei der Stromstaffel 2008 intensiviert wurden und nun sind Michaela und ich in der glücklichen Lage, hier in Amsterdam mitzurudern.

 

2x+2 war übrigens kein Tippfehler, sondern ist ein im höheren Norden sehr beliebtes Rudergefährt namens Wherry. Es geht damit eher gemütlich dahin, man kann sich jedoch ausführlich unterhalten und wenn es doch zu anstrengend wird hat man ja noch einen Mitfahrer zusätzlich, mit dem man sich abwechseln kann. So richtig gesellig eben, wie das die Holländer sehr schätzen.

Gerüchten zufolge kann man dieses Ruderboot auch als Segelboot nutzen, was sich in der heurigen Saison auf der Alten Donau durchaus bewährt hätte!

 

Im Ij-Hafen drehten wir eine Runde, begutachteten diese riesigen Anachronisten der Meere vom Wasser aus und wurden danach Augenzeuge eines richtigen Ruderspektakels:

250 Boote versuchten, gleichzeitig an einem 10m Floß anzulegen, um die einzige Pinkel- und Verpflegungspause des Tages zu nutzen. Rudern und Chaos scheint ein internationaler Standard zu sein!

Nach dieser Mittagspause ging es zurück auf die Amstel und laut Plan weiter nach Ouderkerk, doch wir beendeten unsere Rundfahrt vorzeitig und ließen den Nachmittag auf einer Rudervereinsterrasse ausklingen, die erst letztes Jahr auf das doppelte verbreitert wurde.

 

Eine uns unbekannte Piratenfraktion wurde auch noch gesichtet. Wahrscheinlich waren es die letzten Neuzugänge, da hat man ja mittlerweile schon den Überblick verloren... und diese Hüte!? Die gibt es womöglich schon bei Godfrey und unsereins weiß noch gar nichts davon!?

 

http://www.sail2010.nl

http://en.wikipedia.org/wiki/Wherry

http://dehooptest.wordpress.com/

 

Zu den Bildern…


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