Sommer Rudercamp 2010
9 - 11 August 2010 | Anja Schäfer-Bongwald
Rudern, Baden gehen, Slackline, Ruderanfänger, Regattaaspiranten, Spaß,Kentern, Kanu fahren, Sonne, Sommer, Zelten, Frühsport, gemeinsames Essen, Namensfindung, Eis essen, Geschicklichkeitsrennen, nicht nach Hause wollen, neue Freunde, Hüttengaudi(?) …. So könnte ein Brainstorming zum Thema Sommer Rudercamp 2010 beim WRC Pirat aussehen.

Es war in der Tat ein Spaß. Die Jugendbetreuer Sabrina Taborsky, Fabio Becker, Robert Becker und ich hatten zum Rudercamp eingeladen. Vom 9. – 11. August hatten sich 14 Kinder und Jugendliche angemeldet, Vereinsmitglieder aber auch Schnupperruderer, die ein paar Tage Ferienprogramm erleben wollten.

Montags in der Früh trafen alle pünktlich ein, schon ganz aufgeregt, mit ihren Zelten und Matratzen und Sporttaschen. Da dies ja ein Rudercamp war, wurde auch erst einmal gerudert. Die erste Trainingseinheit quasi, die Hände waren noch heil. Das Mittagessen wurde uns von Elisabeth gebracht, danke, Chili con Carne. Soo lecker. Das Wetter war echt auf unserer Seite. Nach der Verdauungspause, die natürlich allen viel zu lange dauerte, ging es ab ins Wasser. Nachmittagsprogramm war kentern und wieder ins Boot einsteigen. Alle haben viel gelernt, balancieren im Boot, Spaß haben in den Einern. Sie haben die Angst vor diesem wackeligen Gerät verloren und die Angst vor dem Wasser.
Für die Nachmittagsjause war auch wieder gesorgt. Für die Betreuer ist das eine Qual, ständig dieses gute Essen. Also, Jause und wieder ab ins Boot. Benni konnte seine neuen Fertigkeiten auch gleich beim Abendtraining umsetzen.
„10 min, und ich war wieder drin!“ Super. Die Haut an den Händen wurde nun schon dünner. Am Abend dann natürlich wieder baden und ein wichtiger Abend-Programmpunkt war die Wahl der Namen für die neuen weißen Salani-Übungseiner.

Unsere Jugendlichen Lisa Jenko, Mira und Julian Endlicher, die uns die 3 Tage unterstützt haben und uns eine ganz große Hilfe waren, sorgten bei dieser schwierigen Namensauswahl allerdings für leichten Aufruhr. Nett, dass unsere Facebook- und IPod-Generation sich Namen abseits von Siegfried und Brunhild aussuchen durfte. Es stellte sich aber als ein ziemlich schwieriges Unterfangen da. Scheiß-Demokratie. Namen wie „Faceboat“, „IBoat“, „White Pearl“, „White Star“, waren klar. Als dann die 3 Älteren „Hüttengaudi“ vorschlugen, war die Gesellschaft gespalten.

Die einen begeistert, die anderen entsetzt. „In dem Boot will ich dann aber nicht rudern.“ Schwierig, schwierig. Die Älteren wurden letztendlich von der Abstimmung ausgeschlossen, die zur Wahl stehenden Namen eingeschränkt. Erweiterte Demokratie könnte man das vielleicht nennen. Egal, manchmal muss die Autorität halt ein wenig lenken. Die Boote werden nun auf die Namen „Waterburner“ und „Catch me …“ getauft. Danach dann alles gut, Nachtruhe, alle waren vorbildlich, fast schon beängstigend.

Der nächste Tag begann mit Wecken um 8. Sollte beginnen. Viele waren schon früher aufgestanden und warteten bereits auf den Frühsport. Eine Runde laufen vor dem Frühstück, nicht für alle ein Spaß, hat uns aber nicht weiter gestört, die einen schneller die anderen nicht ganz so motiviert, alles okay. Das Frühstück, hergerichtet von Robert, mit Brot natürlich vom Ströck. Das Hilton hätte es nicht besser machen können.
Beim Frühtraining gab es schon die ersten offenen Stellen an den zarten Kinderhänden. Schmerzen, oh je, aber es ging trotzdem. Mittagessen von Helga, Nudeln mit Soße.
Und wieder aufpassen, dass man nicht viel zu viel isst. Zwangsverdauungspause an Land, danach baden, rudern, Programm wie am Vortag, diesmal mit Blasenpflastern, cool.
Wer meint, die Zwangsverdauungspausen an Land waren fad, der irrt sich. Slackline heißt das Zauberwort, eine tolle Sache, um die Balance und Körperbeherrschung zu schulen. Und Spaß macht es auch. Gut, dass wir so tolle dicke Bäume haben.
Das Abendprogramm Nummer 2 hieß DVD-Abend. Ich sage nur wieder: Scheiß-Demokratie! Schwierige Wahl, demnächst wird das auch wieder vereinfacht werden, ein Film zur Auswahl, das macht vieles leichter. Ja, der Film war ab 12, den Kids hat er gefallen, das ist ja die Hauptsache. Danke an den Vorstand, der den Rausschmiss auf die Terrasse geschluckt hat und die Clubleitungssitzung an die frische Luft verlegt hat.
Tag 3. Frühsport, schon etwas weniger Energie beim Aufstehen zu spüren. Das Frühstück wieder erstklassig, das Rudern gut, Blasenpflaster wichtig. Mittagessen diesmal mit bestellten Riesen Pizzen. Schon wieder nicht zu viel essen? Ja klar. Die Nachmittagsjause gestaltete sich in Form einer kleinen Radtour zum Eisgeschäft. Eis ist wichtig im Sommer, gehört dazu.
Und zu jedem Camp gehört ein Abschlussevent. Jeder soll sehen, was er gelernt hat, was die 3 Tage Intensivrudern gebracht haben. Dazu haben wir Bojen ausgelegt, Start, 2 Kurven, eine Wende und zurück zum Anfang. Das Ganze sollte im Einer absolviert werden. Ob die Zeit gestoppt werden sollte oder nicht, konnte jeder selbst entscheiden. Der jeweils Schnellste bei Mädchen und Burschen sollte die Jungfernfahrt auf der 135 Jahr-Feier in den frischgetauften Booten Waterburner und Catch me … machen dürfen. Interessant zu beobachten, dass ganz offensichtlich der Ehrgeiz geweckt wurde.

War der Großteil anfangs skeptisch, ängstlich, wollte lieber keine Zeit nehmen lassen, waren es letztendlich fast alle, die um die Plätze rudern wollten. Klare Favoritin bei den Mädchen war Verena, die in den Tagen zuvor immer in der schnellsten Einergruppe zu finden war. Sie war auch sicher die Schnellste, bis kurz vor dem Ziel, als sie plötzlich die Kontrolle verlor und vor den Augen aller Zuschauer ins Wasser glitt. Schwimmend erreichte sie noch das Ziel. Nora, eine der Skeptikerinnen im Vorfeld, gewann das Rennen der Mädchen. Ähnlich bei den Burschen. Da war es Jan, der sich zu sicher fühlte, kein Risiko einging, gerechnet hatte, dass die anderen ihm nicht würden das Wasser reichen können. Auch er hatte sich getäuscht. Lukas holte den Sieg mit nur einer Sekunde Vorsprung. In beiden Rennen gab es spannende Finishs, schön, dass die vermeintlich Schwächeren ihre Chancen ganz frech genutzt haben.
Pirat Sommer Rudercamp auf Vimeo. Musik- und Bildgestaltung: Oliver Schneider
Pünktlich zum Ende um 17:00, alles war bereits weggeräumt, Zelte, Boote, Bojen, setzte ein fürchterliches Gewitter mit viel Regen und Hagel ein. Glück gehabt oder einfach gut geplant. Wir können sagen, dass das Rudercamp ein voller Erfolg war. Sicher werden wir das wiederholen.
Danke an alle Helfer, die uns unterstützt haben!
Hier die Teilnehmer in beliebiger Reihenfolge:
Nina Pospisil, Nora Strobel, Verena Wolf, Vincent Dvorak, Maximilian Burtscher, Lukas Kreitmeier, Caro und Julia, Benjamin Poller, Jan Bongwald, Benjamin Pospisil, Michael Orth, Pascal Marton, Martin Orth.
